

Über den Autor
In "Wutbürger.exe" widmet sich Hannes Kreschel einem der drängendsten gesellschaftlichen Themen der Gegenwart: der zunehmenden Wut, Radikalisierung und Entfremdung innerhalb der deutschen Gesellschaft. Als eine Mischung aus Reportage, persönlicher Reflexion und gesellschaftlicher Analyse, stellt das Buch eine zentrale Frage: Können wir den Dialog noch retten – oder ist er bereits verloren gegangen?
"Wutbürger.exe" ist eine schonungslos ehrliche Reise durch ein Deutschland, das zunehmend von Misstrauen und Polarisierung geprägt ist. Dabei begegnet Kreschel Menschen, die sich von der Gesellschaft entfremdet fühlen und ihre Wut auf Politik, Medien und »das System« richten. Im Mittelpunkt des Buches stehen Gespräche, in denen der Autor versucht zu verstehen, was viele Menschen dazu bringt, sich immer weiter von demokratischen Institutionen und gesellschaftlichem Konsens zu entfernen. Eine Besonderheit des Buches sind die QR-Codes, die zu Videomaterial der jeweiligen Interviews führen. Seine Begegnungen zeigen, wie unterschiedlich die Motive sein können: Angst vor sozialem Abstieg, Enttäuschung über politische Entscheidungen, das Gefühl, nicht gehört zu werden, oder der Einfluss von Desinformation und Verschwörungstheorien. Kreschel verurteilt nicht vorschnell, sondern versucht, die Hintergründe dieser Entwicklung sichtbar zu machen – sachlich und humorvoll zugleich. Das Buch ist nicht nur eine journalistische Reportage, sondern auch eine sehr persönliche Reise in die Biografie des Autors: Aufgewachsen in Ostdeutschland, hat er selbst erlebt, wie sich Menschen radikalisierten – auch in der eigenen Familie. Sein Vater gehört zu jenen, die »quer denken«. Zwischen familiärer Nähe und politischer Distanz entsteht ein emotionaler Spannungsraum, der das Buch prägt. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Vater wird so zum Symbol für eine gesellschaftliche Spaltung, die sich längst nicht mehr nur in politischen Debatten, sondern auch in privaten Beziehungen zeigt.
"Wutbürger.exe" ist ein vielschichtiges Buch über Entfremdung und die Suche nach Halt in unsicheren Zeiten – und über die dringende Frage, wie eine demokratische Gesellschaft mit jenen umgehen kann, die sich von ihr abgewendet haben.
Hannes Kreschel , 2003 in Sachsen-Anhalt geboren, reist als junger Reporter durch Deutschland, um mit den Wütenden zu sprechen. Die Gespräche postet er regelmäßig auf Social Media unter @hannes.kreschel . Sie veranschaulichen eindrucksvoll, wie wütend Deutschland im Jahr 2025 ist. Als junger Mensch, der in Ostdeutschland aufgewachsen ist, hat er am eigenen Leibe erfahren, wie Menschen sich radikalisieren: Rechtsextremismus und Verschwörungstheorien inklusive. Das hat bei ihm auch in der Familie nicht halt gemacht – sein eigener Vater »denkt quer«. Doch das ist es, was ihn antreibt. Er möchte verstehen, wieso denken manche Menschen so und kann man sie wieder zurückholen?